BIG

Gründung der Metallwarenfabrik Johann Höfler

Mit Schreihähnen, Sirenen, Blechautos und Hosenknöpfen aus Blech fing alles an. Die Geschichte der BIG-SPIELWARENFABRIK begann 1923 mit der Gründung einer Metallwarenfabrik durch die Brüder Leonhard, Georg und Johann Höfler.
 
Es entwickelten sich aus der Jean Höfler & Co Metallwarenfabrik dann drei Unternehmen: Jean Hoefler & Co, Fabrik für Metallwaren, die Firma Georg Höfler, Firma für Werkzeugbau, und die Firma Johann Höfler, Metallspielwarenfabrik.

Eintritt von BIG- Gründer Ernst A. Bettag

Im Jahre 1954 übernahm Dipl.-Ing. Ernst A. Bettag mit 24 Jahren die Geschäftsführung der Firma Johann Höfler. Im selben Jahr platzierte er mit der Blechauto-Serie "Racing-Car" einen Millionen-Seller im Markt. Innerhalb weniger Monate wurden 1,2 Millionen Autos zum Stückpreis von DM 1,20 verkauft. Der Jungunternehmer erkannte bereits damals, früher als die meisten der etablierten und traditionsreichen Großhersteller, das Ende der Blechspielzeug-Ära und den Beginn des Kunststoff-Zeitalters.
 
In einem Kraftakt wurde die Produktion bei Höfler innerhalb weniger Jahre von Blech auf Kunststoff-Produkte umgestellt. Die alten Blechpressen verkaufte der Unternehmer nach Indien. Die Weichen für eine beispielhafte Expansion vom Kleinbetrieb zum Weltunternehmen waren gestellt. Die Firma Höfler und später die BIG-SPIELWARENFABRIK waren Pioniere bei der Entwicklung von Spielwaren aus Kunststoff und von Anfang an dabei, als der unaufhaltsame Siegeszug der Kunststoff-Konsumartikel begann.

BIG im Guinessbuch der Rekorde

In den goldenen 60er Jahren änderte die Firma Gesicht und Namen. Dem Fürther Kleeblatt als Markenzeichen folgte 1959 eine stilisierte Weltkugel. Ab dem Jahr 1962 war dann alles "big". Vier Jahre später, 1966, erblickte das mittlerweile weltbekannte "Wappentier" der Marke, der berühmte BIG-Büffel das Licht der Welt: auf einem Spielzeug-Boot, das für DM 1,95 innerhalb weniger Wochen 350.000 Mal verkauft wird.
 
Entworfen hat das BIG-Büffel-Logo, das heute Millionen Kinder in aller Welt kennen, der bekannte Nürnberger Grafiker Professor Heinz Schillinger. Von Ernst A. Bettag hatte er klare Vorgaben: Kraft sollte das neue Markenzeichen ausstrahlen, Sinnbild für Robustheit, Unverwüstlichkeit und Langlebigkeit sein - Charaktereigenschaften und ein Image, die die Marke mit dem Büffel weltweit bis heute prägen.


1972 erhielt Heinrich Böll den Literatur-Nobel-Preis. In den USA startete mit der Raumsonde Pioneer 10 erstmals ein Satellit zu einer Raummission außerhalb unseres Sonnensystems.
 
Auch für BIG war es ein legendäres Jahr. Auf der Nürnberger Spielwarenmesse rollte das BIG-BOBBY-CAR erstmals in das Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit: ein winziger Flitzer - geformt aus 1500 Gramm witterungsbeständigem, leuchtend rotem Kunststoff-Granulat.
 
Was wäre BIG ohne das BIG-BOBBY-CAR? Das meistgekaufte Kinderfahrzeug aller Zeiten, Liebling von Millionen Kindern in aller Welt, wurde bis heute mehr als 16 Millionen Mal produziert. Generationen von Kindern -viele von ihnen heute selbst Eltern- haben auf dem kleinen Champion erstmals mit eigener Muskelkraft die Welt "erfahren".
 
Der Flitzer mit dem BIG-Büffel auf dem Kühlergrill war sogar Forschungsprojekt für Wissenschaftler, die ihm eine medizinisch positive Wirkung auf das Wachstum von Kindern bescheinigten. Auch im Nürnberger Spielzeugmuseum
hat das Kinderauto, das Spielwarengeschichte schrieb, inzwischen einen Ehrenplatz erhalten.
 
Mit jedem Jahr ist die BIG-BOBBY-CAR-Familie immer weiter angewachsen: Mittlerweile rollt der Superstar in den verschiedensten Versionen vom Band: als BIG-FIRE-BOBBY-CAR, im Polizei-Look oder als BIG-BOBBY-CAR-AMBULANCE.


1984 schafft BIG den Einzug in das Guinness-Buch der Rekorde: Mit einer Reihe aus 281.581 Dominosteinen, die vor laufenden Fernsehkameras in einer Kettenreaktion umfallen, stellt Klaus Friedrich einen neuen Weltrekord auf. Die BIG-DOMINO-RALLYE ist in aller Munde. Bereits zehn Monate nach Produktionsbeginn wird der 250-millionste Dominostein verkauft.
 
Im gleichen Jahr löst BIG mit dem duftenden BIG-PEPPERMINT-HULA erneut das Hula-Hoop-Fieber der Rock´n Roll-Ära aus und erhält einen weiteren Eintrag in das Guinness-Buch: Der Amerikaner Chicco Johnson lässt bei einem Auftritt in Nürnberg vor laufenden Kameras und den Augen zahlreicher Zuschauer 86 BIG-PEPPERMINT-HULA gleichzeitig um seine Hüften rotieren - mehr als je ein Mensch vor ihm.

Mit Traktoren auf Erfolgskurs

1985 präsentiert BIG den Kindertraktor BIG-JOHN: Dieses robuste Tretfahrzeug war das erste mit realistisch funktionierender Ladeschaufel und ist heute in einer Vielzahl von Modellvarianten und mit einem breiten Zubehör- und Anhänger-Programm einer der wichtigsten Umsatzträger im BIG-Sortiment.
 
Mehr als zwei Jahre dauerte die Entwicklung. Die Serie war bei ihrer Vorstellung und ist bis heute in Design und Technik, in ihrer Vielseitigkeit und in ihrem Spielwert unerreicht.
 
Eine Vielzahl von internationalen Preisen dokumentiert die Sonderstellung des BIG-JOHN im Weltmarkt, darunter der WHAT TOY AWARD, der "Spielwaren-Oscar" der renommierten britischen National Toy Libraries Association.

1998 - Der Brand

Ein technischer Defekt war die Ursache: Am 9. April 1998 wurde das BIG-Werk in Fürth-Stadeln innerhalb weniger Stunden ein Raub der Flammen. Trotz massivstem Feuerwehreinsatz vernichtete das Feuer den gesamten Maschinenpark, die Fertigungsstraßen, einen Großteil der wertvollen Formen, den BIG-Showroom und auch die BIG-Brauerei.
 
Die Folgen des Brandes hätten schlimmer kaum sein können: Nach dem Feuer stand bei BIG - trotz gefüllter Auftragsbücher - die Fertigung still. Über Wochen konnten die Kunden im In- und Ausland nur noch aus Lagerbeständen beliefert werden. Doch die Handelspartner und die Kunden hielten BIG in dieser schwierigen Zeit der Unternehmensgeschichte die Treue und Mitbewerber boten an, BIG über die Produktionsengpässe zu helfen.

Der Neustart

Was niemand für möglich hielt: Bereits ein halbes Jahr nach dem verheerenden Brand war die Kern-Produktpalette zu 80 % ohne große Zeitverzögerung wieder lieferbar. Bereits im Dezember 1998 liefen 20 % mehr BIG-BOBBY-CAR von den Bändern als vor dem Feuer. Improvisationsgeschick, das Engagement der Mitarbeiter, die oft in Tag- und Nachtschichten und auch an den Wochenenden arbeiteten, sowie unkonventionelle Unternehmensentscheidungen haben das Wunder bei BIG möglich gemacht.
 
Innerhalb weniger Wochen wurde im Zweigwerk im mittelfränkischen Burghaslach eine alternative Produktion aufgebaut - mit neuen hochmodernen Blasformmaschinen und teilweise vollautomatischen Montagestraßen. Teile des vom Großfeuer unversehrt gebliebenen Logistikzentrums auf dem Gelände des Stammwerks in Fürth-Stadeln wurden zur Montagehalle für die Traktorenserien
BIG-JOHN, BIG-JEFF und BIG-JAKE umfunktioniert.
 
Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe hat BIG nach dem Brand in neue Produktionsstätten getätigt. Durch den Einsatz modernster Produktionstechnik lagen die Fertigungskapazitäten bei BIG zur Jahrtausendwende, trotz beengter Verhältnisse an allen Fertigungsstandorten, um 30% über den Kapazitäten des alten Stammwerks.
 
Die Weichen für die Zukunft von BIG sind gestellt. BIG-Boss Ernst A. Bettag hat im Zuge der Umstrukturierung eine schlagkräftige verjüngte Führungsmannschaft aufgebaut.

Neues BIG- Werk in Burghaslach

Ein Traum wird Wirklichkeit. In nur 16 Monaten entsteht im Herzen Europas eine der modernsten Spielwarenfabriken der Welt: die neue Produktionszentrale von BIG.
Eingebettet in eine parkähnliche , von Biotopen durchzogene Landschaft ist das neue Werk ein Meilenstein in der Geschichte der BIG-SPIELWARENFABRIK.
 
Die markante Büffelfassade hoch über den Dächern Burghaslachs in Mittelfranken von der Autobahn Nürnberg-Frankfurt bereits kilometerweit zu sehen.

Der Tod des Firmengründers

Im Alter von 74 Jahren stirbt am 21. April 2003 der Firmengründer und langjährige Alleininhaber der BIG-SPIELWARENFABRIK Dipl.-Ing. Ernst A. Bettag.
 
Stärke, Spontaneität und Dynamik charakterisierten den cleveren Kaufmann, der einerseits harter Manager war, zugleich aber auch Kinderfreund und sozial engagierter Bürger seiner Heimatstadt Fürth. Mit seiner vorausdenkenden Unternehmerphilosophie, seinen Visionen und dem unglaublichen Mut, auch gerade in wirtschaftlich schweren Zeiten neue Wege zu gehen, hat Ernst A. Bettag BIG als ein international anerkanntes Unternehmen etabliert.

Die SIMBA-DICKIE-GROUP erhält Zuschlag für Kauf von BIG

Das BIG-BOBBY-CAR hat ein neues Zuhause
 
Die weltweit erfolgreiche Simba-Dickie-Group aus Fürth übernimmt BIG. 1982 von Fritz Sieber zusammen mit seinem Sohn Michael gegründet, gehört sie heute zu den Top Five im Spielwarenmarkt. Im Jahr 2003 erzielte die Simba-Dickie-Group mit 580 Mitarbeitern einen Umsatz von 276 Millionen Euro.
 
Als Mann seines Vertrauens hat Inhaber Michael Sieber den kompetenten und in der Spielwarenbranche bestens bekannten Manager Heinrich Sieber mit der Geschäftsführung der BIG-SPIELWARENFABRIK betraut.

 

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